Eine Direktfahrt lebt von Geschwindigkeit: Das Fahrzeug fährt exklusiv für Ihre Sendung, ohne Umladung und ohne Sammelgut-Umwege. Damit die Disposition sofort das passende Fahrzeug reservieren und einen verbindlichen Festpreis nennen kann, muss die Anfrage vollständig sein. Jede Rückfrage kostet Zeit – bei eiligen Transporten oft genau die Zeit, die am Ende fehlt.
Die acht Kernangaben im Detail
1. Abhol- und Zustelladresse
Für die Erstkalkulation genügen die Postleitzahlen beider Ladestellen. Die vollständigen Adressen mit Ansprechpartnern werden spätestens bei der Beauftragung benötigt. Wichtig: Industriegebiet, Innenstadt mit Zufahrtsbeschränkung oder Baustelle ohne befestigte Zufahrt sind unterschiedliche Welten – ein kurzer Hinweis zur Ladestelle vermeidet Überraschungen.
2. Zeitfenster und Fixtermine
Geben Sie an, ab wann die Ware abholbereit ist und bis wann sie am Ziel sein muss. Ein hartes Zeitfenster (etwa Anlieferung zwischen 8 und 10 Uhr) ist etwas anderes als „im Laufe des Tages". Bei sehr engen Terminen über lange Distanzen plant die Disposition eine 2-Fahrer-Besatzung ein, damit das Fahrzeug innerhalb der gesetzlichen Lenkzeiten durchfahren kann.
3. Maße, Gewicht und Packstücke
Länge, Breite und Höhe jedes Packstücks plus Gesamtgewicht entscheiden über die Fahrzeugklasse – vom Transporter über den 7,5-Tonner bis zum Sattelzug. Faustregel: lieber großzügig aufrunden als knapp kalkulieren. Ein Packstück, das 5 Zentimeter höher ist als gemeldet, passt im Zweifel nicht mehr durch die Hecktüren des disponierten Fahrzeugs.
4. Verpackung und Stapelbarkeit
Palettiert, in der Gitterbox, in der Holzkiste oder unverpackt? Stapelbar oder nicht? Diese Angaben bestimmen den tatsächlichen Platzbedarf in Lademetern und die nötigen Sicherungsmittel wie Zurrgurte, Kantenschutz oder Antirutschmatten.
5. Be- und Entlademöglichkeiten
Rampe oder ebenerdige Verladung? Stapler, Ameise oder gar nichts vor Ort? Falls an einer Ladestelle kein Flurförderzeug verfügbar ist, muss ein Fahrzeug mit Ladebordwand disponiert werden. Wer das vorab meldet, vermeidet Wartezeiten und Nachberechnungen.
6. Besonderheiten der Ware
Gefahrgut (mit UN-Nummer und Klasse), temperaturgeführte Ware, hochwertige Elektronik oder stoßempfindliche Anlagenteile: Solche Eigenschaften entscheiden über Equipment und Fahrerqualifikation. Für Gefahrgut werden beispielsweise ADR-geschulte Fahrer der eingesetzten Frachtführer disponiert – Details dazu auf unserer Seite zum Gefahrguttransport.
7. Warenwert und Haftung
Die Haftung im internationalen Straßengüterverkehr richtet sich nach CMR, im Inlandsverkehr nach nationalem Frachtrecht (HGB). Bei hochwertigen Gütern lohnt der Hinweis auf den Warenwert: Eine höhere Deckung lässt sich auf Anfrage vereinbaren.
8. Ansprechpartner an beiden Ladestellen
Name und Telefonnummer an Be- und Entladestelle ermöglichen die Avisierung und lösen Fragen direkt vor Ort – ohne Umweg über Ihr Büro.
Sonderfall: grenzüberschreitende Direktfahrten
Innerhalb des EU-Binnenmarkts ändert sich an der Checkliste nichts – es gibt keine Zollformalitäten, eine Direktfahrt von Stuttgart nach Lyon läuft dokumentarisch wie eine Fahrt nach Hamburg. Nennen Sie dennoch immer das Zielland in der Anfrage, denn Mautsysteme und Fahrverbotsregelungen unterscheiden sich je Land und fließen in den Festpreis ein. Bei Zielen außerhalb der EU – etwa Schweiz, Norwegen oder Vereinigtes Königreich – kommen Zolldokumente hinzu: Handelsrechnung, Warenbeschreibung mit Zolltarifnummer und EORI-Nummer sollten Sie dann frühzeitig bereithalten, damit die Abfertigung den Zeitplan nicht gefährdet.
Was passiert nach der Anfrage?
Mit vollständigen Angaben kalkuliert die Disposition den Festpreis: Distanz, Fahrzeugklasse, Maut, Zeitfenster und Besonderheiten fließen ein. Sie erhalten ein verbindliches Angebot ohne versteckte Zuschläge – welche Faktoren den Preis im Einzelnen bestimmen, erklärt unsere Übersicht der Transportkosten. Nach Ihrer Freigabe wird das Fahrzeug fest gebucht, Sie erhalten die Abholbestätigung und auf Wunsch Statusmeldungen bis zur Zustellung mit Ablieferbeleg.
Häufige Lücken, die Angebote verzögern
- Fehlende Höhenangabe der Packstücke (kritisch bei Transporter-Sendungen)
- „Circa"-Gewichte, die später deutlich überschritten werden
- Kein Hinweis auf fehlende Rampe oder fehlenden Stapler
- Gefahrgut, das erst bei der Abholung als solches erkannt wird
- Zustellzeitfenster, die mit den Öffnungszeiten des Empfängers kollidieren
Wer die Checkliste einmal als interne Vorlage hinterlegt, verkürzt jede künftige Anfrage auf wenige Minuten – senden Sie uns Ihre Eckdaten einfach über das Kontaktformular oder telefonisch an die 24/7-Disposition.