Wer 2026 eine Express-Direktfahrt durch Europa beauftragt, bewegt sich in einem Rechtsrahmen, den das EU Mobility Package seit 2020 bzw. 2022 grundlegend neu geordnet hat: verschärft durchgesetzte Lenk- und Ruhezeiten, Entsendevorschriften ab dem ersten Tag bei bestimmten Verkehren, eine Rückkehrpflicht für Fahrzeuge und eine Karenzzeit bei der Kabotage. Parallel haben Deutschland, Österreich, Tschechien und Polen ihre Maut-Systeme umgebaut. Für Versender heißt das: Ein Transportpreis setzt sich heute aus mehr Positionen zusammen als früher — und genau deshalb arbeitet EU Sped mit einem vorab kalkulierten Festpreis statt offener Nachberechnung.
Das EU Mobility Package: die wichtigsten Regeln für Direktfahrten
Das Mobility Package I ist ein Gesetzespaket der EU. Seine Kernregeln gelten seit August 2020 (Lenk- und Ruhezeiten) und seit Februar 2022 (Entsendung, Kabotage, Rückkehrpflicht). Vier Punkte sind für Express-Direktfahrten besonders relevant:
- Lenk- und Ruhezeiten: Ein Fahrer darf maximal 9 Stunden pro Tag lenken (zweimal pro Woche 10 Stunden) und muss spätestens nach 4,5 Stunden Lenkzeit eine Pause von 45 Minuten einlegen. Die regelmäßige wöchentliche Ruhezeit darf nicht im Fahrerhaus verbracht werden. Für lange Strecken ohne Zwischenstopp ist deshalb die 2-Fahrer-Besatzung das Mittel der Wahl: Die Fahrer wechseln sich ab, das Fahrzeug bleibt nahezu durchgehend in Bewegung.
- Entsenderegeln: Bei Kabotage- und Cross-Trade-Verkehren (Beförderungen zwischen zwei Ländern, in denen der Frachtführer nicht ansässig ist) gilt der Fahrer ab dem ersten Tag als entsandt — mit Vergütung nach den Regeln des Einsatzlandes und Meldung über das IMI-Portal der EU. Bilaterale Beförderungen und reiner Transit sind von der Entsendung ausgenommen.
- Rückkehrpflichten: Jedes international eingesetzte Fahrzeug muss spätestens alle acht Wochen an eine Betriebsstätte im Zulassungsstaat zurückkehren. Zusätzlich muss der Arbeitgeber seinen Fahrern ermöglichen, in der Regel alle vier Wochen zum Betriebssitz oder an den Wohnort zurückzukehren.
- Kabotage mit Cooling-off: Nach einer internationalen Beförderung sind im Gastland maximal drei Kabotagefahrten innerhalb von sieben Tagen erlaubt. Anschließend gilt eine viertägige Karenzzeit, bevor dasselbe Fahrzeug im selben Land erneut Kabotage fahren darf.
Für Sie als Versender sind diese Regeln vor allem eine Kapazitäts- und Kostenfrage: Sie begrenzen, wie flexibel Laderaum in Europa eingesetzt werden kann, und gehören in jede seriöse Kalkulation. EU Sped disponiert Direktfahrten über geprüfte Frachtführer, die diese Vorgaben einhalten — Anforderungen wie eine 2-Fahrer-Besatzung für Non-Stop-Strecken werden bereits im Angebot berücksichtigt.
Maut 2026: vier Länder, vier Systeme
Auf den wichtigsten Korridoren ab Deutschland fallen je nach Route mehrere Mautsysteme an. In Deutschland wird die Lkw-Maut über Toll Collect streckenbezogen auf Autobahnen und Bundesstraßen erhoben; seit Dezember 2023 ist sie nach CO2-Emissionsklassen differenziert, seit Juli 2024 sind auch Fahrzeuge über 3,5 t technisch zulässiger Gesamtmasse mautpflichtig. Österreich erhebt die fahrleistungsabhängige GO-Maut über die GO-Box auf Autobahnen und Schnellstraßen, gestaffelt nach Emissionsverhalten, plus Sondermautstrecken wie der Brenner-Autobahn. Tschechien nutzt ein satellitengestütztes System auf Autobahnen und ausgewählten Fernstraßen, Polen das GNSS-basierte e-TOLL-System; einzelne konzessionierte Autobahnabschnitte werden dort separat abgerechnet. Die Details zeigt die Tabelle oben.
Kontrolle und Durchsetzung
Die Einhaltung der Regeln wird heute weitgehend digital kontrolliert: Der intelligente Fahrtenschreiber der zweiten Generation zeichnet unter anderem Grenzübertritte automatisch auf und muss in international eingesetzten Fahrzeugen inzwischen flächendeckend verbaut sein. Für Versender bedeutet das mehr Transparenz — und dass Anbieter, die unrealistisch kurze Transitzeiten ohne 2-Fahrer-Besatzung versprechen, entweder falsch kalkulieren oder Regelverstöße einpreisen.
Warum ein Festpreis-Modell die richtige Antwort ist
Maut je nach Emissionsklasse und Route, Personaleinsatz nach Entsenderegeln, gegebenenfalls zwei Fahrer, Leerkilometer durch Rückkehrpflichten: Wer nach Aufwand abrechnet, verlagert all diese Variablen auf den Kunden. Beim Festpreis-Modell von EU Sped werden sämtliche Positionen vorab kalkuliert — ein verbindlicher Preis, keine versteckten Zuschläge, auch wenn unterwegs Stau oder eine Umleitung dazwischenkommt. Welche Faktoren in die Kalkulation einfließen, erklärt die Seite Transportkosten; wie eine Direktfahrt ohne Umladung abläuft, zeigt die Übersicht zur Express-Direktfahrt.
Und der Zoll?
Innerhalb des EU-Binnenmarkts fallen bei Direktfahrten keine Zollformalitäten an — die Grenzpassage kostet keine Wartezeit. Erst bei Zielen außerhalb der EU (etwa Schweiz oder Vereinigtes Königreich) wird eine Zollabwicklung nötig. Was dann gilt, lesen Sie im Ratgeber zur Zollabwicklung beim EU-Transport.