In der Schifffahrt diktiert der Fahrplan die Logistik: Ein Kreuzfahrtschiff liegt oft nur acht bis zwölf Stunden im Hafen, ein Frachter läuft aus, sobald die Ladung an Bord ist. Ersatzteile und Ausstattung müssen deshalb auf die Stunde genau an der Pier, beim Schiffsagenten oder im Werftlager stehen. EU Sped disponiert solche Fahrten als Express-Direktfahrt – 24/7, ohne Umladung, mit Ankunftszeit nach Hafenanlauf statt nach Bürokalender.
Ship Spares: Ersatzteile dem Schiff hinterherfahren
Der Klassiker der Branche: Ein Motoren- oder Pumpenteil muss das Schiff im nächsten Anlaufhafen erreichen. Wir takten die Fahrt auf die ETA des Schiffs, koordinieren die Übergabe mit dem Schiffsagenten und dokumentieren die Ablieferung. Ändert sich der Anlauf kurzfristig – im Seeverkehr keine Seltenheit –, disponiert die 24/7-Besetzung um und steuert den neuen Hafen an.
Refit und Neubau-Ausstattung im Dock-Fenster
Werft-Docks sind auf Wochen ausgebucht; jede Stunde im Trockendock ist verplant. Für Refits von Kreuzfahrtschiffen bündeln wir Anlieferungen nach Einrüstplan: Teppichrollen, Möbel, Galley-Equipment und technisches Material kommen in der Reihenfolge an, in der die Gewerke sie verbauen. Schwere Maschinenkomponenten übergeben wir per Kran oder Stapler direkt an das Werftteam – für größere Projekte auch als Projekttransport über mehrere Wochen.
Häfen, Terminals und ihre Spielregeln
- Zugang: Hafen- und Terminalbereiche verlangen Anmeldung, teils Sicherheitsunterweisung nach ISPS-Regeln – wir klären das vor der Fahrt.
- Übergabepunkt: Pier, Agentenlager oder Bordkran – der genaue Punkt entscheidet über Fahrzeugtyp und Equipment.
- Zeitfenster: Anlieferung wird auf Liegezeit und Stauplan des Schiffs abgestimmt, nicht umgekehrt.
Saisonalität der Kreuzfahrt
Vor Saisonstart im Frühjahr und in den Werft-Wintermonaten häufen sich Refits und Ausstattungsfahrten; im Sommer dominieren Ship Spares entlang der Nord- und Ostseehäfen sowie des Mittelmeers. Wer Refit-Projekte früh anmeldet, sichert sich feste Kapazität im Dock-Fenster.
Praxiswissen: Kennzeichnung und Übergabe von Ship Spares
Damit ein Ersatzteil sein Schiff wirklich erreicht, muss die Kennzeichnung stimmen: Schiffsname und IMO-Nummer, Reederei, Bestell- oder Requisitionsnummer und der Vermerk als Schiffsersatzteil gehören gut lesbar auf jedes Packstück. Wir prüfen das bei Übernahme und ergänzen die Angaben in den Transportpapieren – unbeschriftete Kisten sind in einem Hafenterminal praktisch verloren. Die Übergabe selbst läuft fast immer über den örtlichen Schiffsagenten: Er kennt Liegeplatz, Bordkran-Zeiten und die Zugangsregeln des Terminals. Unsere Disposition tauscht Telefonnummern und ETA direkt mit dem Agenten aus und lässt sich Liegeplatzänderungen aktiv bestätigen, statt sie am Gate zu erfahren. Bei sehr kurzen Liegezeiten vereinbaren wir einen Übergabepunkt vor dem Terminal, damit keine Minute verloren geht.
Festpreis und EU-Binnenmarkt
Zwischen EU-Häfen – von Hamburg über Rotterdam bis Barcelona – entfallen Zollformalitäten; die Lieferung fährt ohne Grenzstopp durch. Für Bordbelieferungen mit zollrechtlichem Sonderstatus stimmen wir uns mit dem Schiffsagenten ab. Sie erhalten vorab einen Festpreis; verwandte Leistungen finden Sie unter Schiffbau und Express-Direktfahrt.